Der Turm von Babel (Wien) von Pieter Bruegel the Elder

Der Turm von Babel (Wien)

(The Tower of Babel (Vienna))


Pieter Bruegel the Elder

Der Turm von Babel (Wien) von Pieter Bruegel the Elder
1563  ·  Öl auf Panel  ·  658.56 Megapixel  ·  Bild ID:21204

Der Turmbau zu Babel und die darauf folgende babylonische Sprachverwirrung bilden eine der bekanntesten Passagen des Alten Testaments, obwohl diese nur wenige Verse umfasst. Bruegel orientierte sich bei seinem Gemälde aber nicht an der realen Zikkurat von Ur, also des antiken Babylon („Gottestor“), das erst 1913 wiederentdeckt wurde, sondern am Kolosseum in Rom, dem die einzelnen Ebenen des Turmbaus nachempfunden sind. Auch verlegt er das Geschehen aus dem Nahen Osten an die Nordseeküste und lässt den Bauherrn König Nimrod, welcher auf dem Gemälde wie ein europäischer Fürst des 16. Jahrhunderts gekleidet ist, den Turm in einer Polderlandschaft errichten, wie man sie in den Niederlanden, Belgien oder Norddeutschland findet. Herausragend ist vor allem die unglaubliche Detailtreue des Bildes, die einen immer wieder neue Facetten des Gemäldes entdecken lässt. © Meisterdrucke


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Wer kennt nicht Pieter Bruegels Gemälde "Der Turmbau zu Babel"? Ein Bild, das zugleich Symbol für den Größenwahn des Menschen ist. Der schon zu Lebzeiten berühmte Künstler schuf hier ein Werk zeitenübergreifender Dimensionen. Wie ein Wolkenkratzer erhebt sich der mindestens sieben Geschosse hohe Turm. Er wird das Menschengeschlecht mit seinem Anspruch überfordern. Im Alten Testament wird der Turmbau zu Babel als Werk beschrieben, das sich mit Gott messen möchte. Ein Werk, das den Vergleich und die Herausforderung mit dem Höchsten nicht scheut und – in Kontinuität zu Adams und Evas Vertreibung aus dem Paradies – ebenfalls scheitern muss. Der Künstler hat diesbezüglich zwei Hinweise gegeben. Zum einen bleibt der Turm unvollendet, zum andern ist er durch eine zarte Wolke in der oberen Bildmitte teilweise verborgen.
Der Turmbau zu Babel Detail 1
Der Turmbau zu Babel Detail 1

Historische Hintergründe

Das Bild entstand 1563 in Antwerpen und hängt heute im Kunsthistorischen Museum von Wien. Interessant zu wissen, dass Antwerpen damals das neue Geldzentrum Europas war und eine Stadt, die sich im Bauboom befand. Wenn Pieter Bruegel, der Ältere, der mit seinen Söhnen eine berühmte Malerdynastie bildet, den biblischen Turm in Szene setzt, zeigt er seine Ängste und Vorbehalte. Diese knüpfen an die in der biblischen Geschichte beschriebene grenzenlose Selbstüberschätzung und den daraus resultierenden Fall des Menschen an. Die eigentliche Idee, völkerübergreifend einen Turm zu bauen, ist eine gute Idee. Wo der Mensch, so das biblische Credo, aber nicht sein Maß kennt, muss er scheitern.

Stein gewordene Geschichte

Lebendig und detailgetreu ist die Stadt Antwerpen dargestellt. Die Handelsstadt ist zu beiden Seiten des Kolossalgebäudes zu sehen. Die monströsen Ausmaße des Turmes zeigen sich darin, dass die Stadt auf der linken Bildseite Richtung Wasser verschattet wird. Im Kontrast dazu steht eine Gruppe von Menschen, die sich von links ins Bildgeschehen schiebt. Diese Menschen sind signifikant. Hier treten dem Betrachter leibhaftige Menschen vor Augen, die im Detail erkennbar sind: Arbeiter mit riesigen Steinquadern beispielsweise. Wir sehen aber auch König Nimrod, einen Urenkel Noahs, der den Turmbau zu Babel befohlen haben soll. Vor ihm liegt ein Steinmetz – einem orientalischen Brauch folgend – auf zwei Knien.
Interessant zu wissen, dass es für den Turm von Babel durchaus reale Vorbilder gegeben hat: So ließen die Sumerer im vierten und dritten Jahrhundert sogenannte Tempelberge errichten. Sie glaubten, so könnten ihre Götter leichter vom Himmel herabsteigen. Akader und Assyrer sollen diese Form zu bauen und sich mit dem Himmel zu verbinden von den Sumerern übernommen haben.

Im 16. Jahrhundert wurde es Mode, den Turmbau zu Babel zu malen. Allein Bruegel malte drei Versionen, zwei sind erhalten. Nachdem man sich jahrhundertelang darauf beschränkt hatte, biblische Themen ins Bild zu setzen, wurde hier das biblische Geschehen in einen "modernen" Kontext gestellt. Nicht zufällig erinnert der abgebildete Turm an das römische Kolosseum, das Bruegel kannte. Bruegel entwickelte sein Fantasiegebilde im Zusammenspiel mit einer modernen, erfolgreichen Hafenstadt: Antwerpen betrieb damals Handelsgeschäfte mit verschiedenen Ländern. Bruegels Fantasieturm steht zugleich für die Hybris des Menschen und seine Gier. Kunstkritiker sind sich einig: Bruegel übte damit auch Kritik an Kaufleuten, die Bilder von ihm besaßen und diese für Schulden versetzten.

Der Maler und seine Idee

Bruegel setzte den Turmbau ausdrucksstark in Szene. Wie ein Stein gewordener Koloss thront sein Turm in der Mitte des Bildgeschehens und beherrscht mit seinem Treiben auf mehreren Etagen das Bildgeschehen. Auf diesem "Wimmelbild" des 16. Jahrhunderts kann der Betrachter förmlich spazierengehen und Neues entdecken. Es gibt winzig kleine Figuren auf allen Ebenen: am Wasser, am Baukran auf der dritten Turmebene rechts im Bild, in der Turmmitte, die sich wie ein Wasserfall als Steinbruch Richtung Betrachter ergießt. Auf den ersten Blick versteht man, dass hier hart gearbeitet, ja geschuftet wird. Jeder muss mithelfen, damit ein großes Werk, der Turm, entstehen kann. Bauern mit Ochsenkarren am Wasser, Hafenarbeiter, Bauarbeiter und Steinmetze.

Man sollte wissen, dass es zur damaligen Zeit weder statische Berechnungen, etwa für Kathedralen, noch den Beruf des Architekten gab. Ein Grund, weswegen Kirchen wie in Beauvais zusammengebrochen sind oder ein Kunstwerk wie die Kathedrale von Siena unvollendet geblieben ist. Gleichwohl hat Bruegel versucht, das Handwerkstreiben damaliger Zünfte malerisch umzusetzen. Immer wieder sieht man auf den Rampen Hütten, die man für die Dauer einer Großbaustelle, ähnlich heutiger Baucontainer, im damaligen Antwerpen errichtete. Ein Dilemma waren zu Bruegels Zeit fehlende sichere Gerüste. Man war deswegen gezwungen, diese im Mauerwerk zu verankern. Bruegel hingegen hat seinem Fantasieturm Fantasierampen verliehen. Diese ziehen sich spiralförmig in den Himmel. Sie lenken den Blick, unterbrechen ihn gleichzeitig aber auch immer wieder.
Der Turmbau zu Babel Detail 2
Der Turmbau zu Babel Detail 2

Bedeutende Zeitgenossen

Pieter Bruegel galt als Multitalent. Mit seinen Werken fand die flämische Malerei zu ihrem Höhepunkt. Berühmte Stiche wie der andere Fische fressende Riesenfisch wurden lange Zeit sogar dem nicht weniger berühmten niederländischen Maler Hieronymus Bosch (1450 bis 1560) zugeschrieben. In dessen "Der Garten der irdischen Freuden" oder "Versuchung des Heiligen Antonius" zeigen sich ebenso skurrile Motive, groteske Mensch-Tier-Gestalten, die ähnlich auch in Bruegels Werk zu finden sind.
Ein weiterer Zeitgenosse war Giuseppe Arcimboldo, der für seine aus Früchten zusammengesetzten Menschenprofile/-köpfe "Sommer", "Vier Jahreszeiten in einem Kopf" weltberühmt ist.

Jenseits dieser künstlerischen Seite kennt man Pieter Bruegel als herausragenden Landschafts- und Jahreszeitenmaler für die Darstellung ländlichen Lebens. Seine Jahreszeitengemälde sind nicht nur authentisch und wirklichkeitsgetreu – sie rücken erstmals auch die Natur und normale Menschen in den Mittelpunkt. Das war zu Bruegels Zeit revolutionär. Der Kupferstecher und Maler, der von Antwerpen über Brüssel bis nach Italien kam, hat auch eine eigene Farbpalette: Weiß- und Brauntöne in allen Schattierungen, Grün, Braun und Grau. Ein lichtes Gelb wie beim Turmbau zu Babel im Gewand eines der Gefolgsleute im linken Bildvordergrund, sticht als strahlender Fleck heraus. Bruegels Sohn Pieter der Jüngere (1564 bis 1638) gilt mit "Ein Dorf im Winter" und "Der Bauerntanz" ebenso als bedeutender Kunstmaler wie der zweite Sohn Jan der Ältere (1568 bis 1625).

Pieter Bruegels Meisterwerke hängen in den bedeutendsten Museen der Welt. Dank herausragender Drucktechnik ist es möglich, den vor über 400 Jahren geschaffenen Turmbau zu Babel nahe am Original in hoher Qualität in den eigenen vier Wänden oder im beruflichen Umfeld für sich sprechen zu lassen. © Meisterdrucke
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