Der Sklavenmarkt von Jean Leon Gerome

Der Sklavenmarkt

(The Slave Market)

Jean Leon Gerome

Realismus
damen · frauen · nacktheit · sitzen · stehen · hängen · sammeln · menschen · familie
Der Sklavenmarkt von Jean Leon Gerome
1871   ·    ·  Bild ID: 14635
   Bild zu Favoriten hinzufügen
0 Bewertungen
Das Bild „Der Sklavenmarkt“ ist ein aus dem Jahr 1866 stammendes Gemälde des französischen Malers Jean-Léon Gérôme, welches derzeit im Cincinnati Art Museum ausgestellt wird. Die dem Realismus zu zuordnende Marktszene zeigt einen Sklavenhändler samt angebotener Ware im stillen Winkel eines Marktplatzes. Die alltägliche Sachlichkeit des Bildausdrucks folgt dabei der künstlerischen Tradition realer Abbildungen, mit einem Anstrich versteckt politischer Konnotation. Was ist auf dem Bild zu sehen?

In der Ecke eines Sklavenmarktes sitzt ein Händler in der großen Fensterlade seines Geschäftes, welches fast ein Drittel der Gesamtfläche des Bildes einnimmt. Den Mittelpunkt dieser nach hinten ins Dunkel verlaufenden quadratischen Öffnung bildet ein Mann früheren bis mittleren Alters, der in Beduinenkleidung gehüllt ist. Sein lässiger Gestus wird durch eine Holzarmlehne im Fenster unterstrichen, aus der ein Teil seines weißen Umhangs locker heraushängt. Der Mann trägt einen Turban und schaut eine Shisha Pfeife rauchend und zum Teil entspannt die Gasse beziehungsweise den Sandweg hinunter. Auf diesem Weg und seinem Blick folgend, stehen zwei seiner Sklavinnen an die Lehmwand des einfachen Hauses gelehnt. Wiederum vier seiner Sklaven, ein junger schwarzer Mann sowie drei weitere Frauen, hocken und sitzen teils unter seinem Fenster beziehungsweise wie die Stehenden daneben. Jede dargestellte Figur zeigt eine unterschiedliche Körperhaltung mit einem eigenen Ausdruck. Der Verkaufsplatz des Händlers wird durch einfache bröcklige Ziegelsteine abgegrenzt, in deren Verlauf sich auch ein runder Lava- oder Feldstein befindet. Die Sklaven wurden hinter der Steinlinie auf einem nachtblau glänzenden sowie mattblau schimmernden alten Perserteppich mit Fransen positioniert. Das Haus des Sklavenhändlers wirkt alt und zerschlissen, aber nicht heruntergekommen. Vielmehr bildet der Staub auf dem Gehölz anliegender Stützbalken und Rahmen ein kaum zuordenbares zwielichtiges Gesamtstück, welches in seinem Verlauf zum Dachboden hin immer gepflegter erscheint. Im Vergleich zu einem rechtsseitig befindlichen Marktausschnitt im Licht, fällt auf, dass es sich hier um eine Zweitklassigkeit handelt, die der Sklavenhändler mit seinem lässigen Auftritt gekonnt zu überspielen versucht.

Dem Orientalismus zu zuordnen, verweist der Schauplatz auf das Gebiet des Nahen Ostens. Den Kern der Bildgeschichte bilden die Figuren, welche in einer exotisch anmutenden zwielichtigen Umgebung wohlfeil angeboten werden. Im Hintergrund des Sklavenhändlers befindet sich ein mit Mustern verzierter Schrank, auf dem ein Papagei sitzt. Die Figuren, zum einen Teil nackt oder halbnackt dem Verkauf beziehungsweise dem Betrachter dargeboten, entsprechen sexualisierten Fantasievorstellungen untermauert mit politischen Gesichtspunkten. So wird man der komplett nackten linksseitig stehenden Frau sofort gewahr, die in einer erotischen Pose ihren Körper anbietet. Das diese Frau, mit ihrem schwarz wallenden Haar sowie dem feinen Handgelenk- und Fußschmuck, Ähnlichkeiten zu einer Zigeunerin hat, mag Zufall sein. In Anbetracht dessen, wirkt das Bild jedoch nochmals verwirrender, wenn man die rechtseitig daneben stehende halbnackte Frau mit einem Kind in ihrem Arm als Jungfrau Maria betrachtet. Ihr Umhang sowie der halb über ihr Haupt gezogene filigrane Stoff und ihre gesamte Körperhaltung erinnern zumindest in Teilen an diese mittelalterliche Darstellungsweise der Gottesmutter, zumal ihr Blick auch zum Himmel gerichtet ist. Unterhalb dieser stehenden Figuren sitzen weitere Sklaven auf die unterschiedlichste Art und Weise. Zunächst hockt dort eine Frau, links und komplett verhüllt als wollte sie sich verstecken. Es gäbe über sie nicht viel zu sagen, wären da nicht diese Tätowierungen auf ihrem Arm, hennaartige Symbole, die ihren persischen beziehungsweise nordwestindischen Ursprung untermalen. Neben ihr sitzt ein kohlrabenschwarzer Mann mit auffällig wirkendem Haarschmuck sowie ungeschnittenen spitz zulaufenden Fingernägeln. Dem Schmuck nach ist es sehr naheliegend, dass er von einem Wüstenstamm stammt. Seine Körperhaltung wirkt trostlos und verloren, dem Betrachter abgewandt. Zwei weitere Sklaven bereichern die Szenerie, zum einen die Füße ausgestreckt schlafend sowie den Betrachter anklagend und bettelnd mit einer Schüssel vor den Füßen.

Im Zusammenhang betrachtet wirkt das Bild „Der Sklavenmarkt“ durch Tiefe im Detail. Der Ausdruck jeder einzelnen Figur ist unterschiedlich in dem Verhalten und seiner Ausprägung. Resignation, Teilnahmslosigkeit sowie überzogene Zurschaustellung und Anbetungswürdigkeit kommen im Bild ebenso zum Ausdruck, wie die kontrastartige Wirkung des Gesamtschauplatzes. Die eigentliche Botschaft hinter dem Bild steckt somit hinter der äußeren Fassade, derer der Betrachter nur beim näheren Hinsehen von außen im Detail gewahr wird und sich in Form des sozialen Missstandes äußert. © Meisterdrucke
Der Sklavenmarkt von Jean Leon Gerome

Der Sklavenmarkt

(The Slave Market)

Jean Leon Gerome

Realismus
damen · frauen · nacktheit · sitzen · stehen · hängen · sammeln · menschen · familie
Der Sklavenmarkt von Jean Leon Gerome
1871   ·    ·  Bild ID: 14635
   Bild zu Favoriten hinzufügen
0 Bewertungen
Das Bild „Der Sklavenmarkt“ ist ein aus dem Jahr 1866 stammendes Gemälde des französischen Malers Jean-Léon Gérôme, welches derzeit im Cincinnati Art Museum ausgestellt wird. Die dem Realismus zu zuordnende Marktszene zeigt einen Sklavenhändler samt angebotener Ware im stillen Winkel eines Marktplatzes. Die alltägliche Sachlichkeit des Bildausdrucks folgt dabei der künstlerischen Tradition realer Abbildungen, mit einem Anstrich versteckt politischer Konnotation. Was ist auf dem Bild zu sehen?

In der Ecke eines Sklavenmarktes sitzt ein Händler in der großen Fensterlade seines Geschäftes, welches fast ein Drittel der Gesamtfläche des Bildes einnimmt. Den Mittelpunkt dieser nach hinten ins Dunkel verlaufenden quadratischen Öffnung bildet ein Mann früheren bis mittleren Alters, der in Beduinenkleidung gehüllt ist. Sein lässiger Gestus wird durch eine Holzarmlehne im Fenster unterstrichen, aus der ein Teil seines weißen Umhangs locker heraushängt. Der Mann trägt einen Turban und schaut eine Shisha Pfeife rauchend und zum Teil entspannt die Gasse beziehungsweise den Sandweg hinunter. Auf diesem Weg und seinem Blick folgend, stehen zwei seiner Sklavinnen an die Lehmwand des einfachen Hauses gelehnt. Wiederum vier seiner Sklaven, ein junger schwarzer Mann sowie drei weitere Frauen, hocken und sitzen teils unter seinem Fenster beziehungsweise wie die Stehenden daneben. Jede dargestellte Figur zeigt eine unterschiedliche Körperhaltung mit einem eigenen Ausdruck. Der Verkaufsplatz des Händlers wird durch einfache bröcklige Ziegelsteine abgegrenzt, in deren Verlauf sich auch ein runder Lava- oder Feldstein befindet. Die Sklaven wurden hinter der Steinlinie auf einem nachtblau glänzenden sowie mattblau schimmernden alten Perserteppich mit Fransen positioniert. Das Haus des Sklavenhändlers wirkt alt und zerschlissen, aber nicht heruntergekommen. Vielmehr bildet der Staub auf dem Gehölz anliegender Stützbalken und Rahmen ein kaum zuordenbares zwielichtiges Gesamtstück, welches in seinem Verlauf zum Dachboden hin immer gepflegter erscheint. Im Vergleich zu einem rechtsseitig befindlichen Marktausschnitt im Licht, fällt auf, dass es sich hier um eine Zweitklassigkeit handelt, die der Sklavenhändler mit seinem lässigen Auftritt gekonnt zu überspielen versucht.

Dem Orientalismus zu zuordnen, verweist der Schauplatz auf das Gebiet des Nahen Ostens. Den Kern der Bildgeschichte bilden die Figuren, welche in einer exotisch anmutenden zwielichtigen Umgebung wohlfeil angeboten werden. Im Hintergrund des Sklavenhändlers befindet sich ein mit Mustern verzierter Schrank, auf dem ein Papagei sitzt. Die Figuren, zum einen Teil nackt oder halbnackt dem Verkauf beziehungsweise dem Betrachter dargeboten, entsprechen sexualisierten Fantasievorstellungen untermauert mit politischen Gesichtspunkten. So wird man der komplett nackten linksseitig stehenden Frau sofort gewahr, die in einer erotischen Pose ihren Körper anbietet. Das diese Frau, mit ihrem schwarz wallenden Haar sowie dem feinen Handgelenk- und Fußschmuck, Ähnlichkeiten zu einer Zigeunerin hat, mag Zufall sein. In Anbetracht dessen, wirkt das Bild jedoch nochmals verwirrender, wenn man die rechtseitig daneben stehende halbnackte Frau mit einem Kind in ihrem Arm als Jungfrau Maria betrachtet. Ihr Umhang sowie der halb über ihr Haupt gezogene filigrane Stoff und ihre gesamte Körperhaltung erinnern zumindest in Teilen an diese mittelalterliche Darstellungsweise der Gottesmutter, zumal ihr Blick auch zum Himmel gerichtet ist. Unterhalb dieser stehenden Figuren sitzen weitere Sklaven auf die unterschiedlichste Art und Weise. Zunächst hockt dort eine Frau, links und komplett verhüllt als wollte sie sich verstecken. Es gäbe über sie nicht viel zu sagen, wären da nicht diese Tätowierungen auf ihrem Arm, hennaartige Symbole, die ihren persischen beziehungsweise nordwestindischen Ursprung untermalen. Neben ihr sitzt ein kohlrabenschwarzer Mann mit auffällig wirkendem Haarschmuck sowie ungeschnittenen spitz zulaufenden Fingernägeln. Dem Schmuck nach ist es sehr naheliegend, dass er von einem Wüstenstamm stammt. Seine Körperhaltung wirkt trostlos und verloren, dem Betrachter abgewandt. Zwei weitere Sklaven bereichern die Szenerie, zum einen die Füße ausgestreckt schlafend sowie den Betrachter anklagend und bettelnd mit einer Schüssel vor den Füßen.

Im Zusammenhang betrachtet wirkt das Bild „Der Sklavenmarkt“ durch Tiefe im Detail. Der Ausdruck jeder einzelnen Figur ist unterschiedlich in dem Verhalten und seiner Ausprägung. Resignation, Teilnahmslosigkeit sowie überzogene Zurschaustellung und Anbetungswürdigkeit kommen im Bild ebenso zum Ausdruck, wie die kontrastartige Wirkung des Gesamtschauplatzes. Die eigentliche Botschaft hinter dem Bild steckt somit hinter der äußeren Fassade, derer der Betrachter nur beim näheren Hinsehen von außen im Detail gewahr wird und sich in Form des sozialen Missstandes äußert. © Meisterdrucke
Mockup 1 Mockup 2 Mockup 3 Mockup 5 Mockup 6 Mockup 7


Größe & Rand

Bilderrahmen

Medium & Keilrahmen

Glas & Passepartout

Sonstiges & Extras

 Konfiguration speichern / vergleichen

Zusammenfassung

Gemälde
Veredelung
Keilrahmen
Museumslizenz

(inkl. 20% MwSt)

Produktionszeit: 2-4 Werktage
Bildschärfe: PERFEKT
Weitere Kunstdrucke von Jean Leon Gerome
Der Tanz des Almeh, 1863 Tiger auf der Lauer Ave Caesar! Morituri te salutant (Hagel Caesar! Wir, die dich zu begrüßen werden), 1859 Der Sklavenmarkt In der Wüste Pygmalion und Galatea Der Tod von Caesar Eminence Grey Bad in einem Harem Die sich zurückziehenden Löwen, 1902 Die Blaue Moschee, 1878 Das Bad Markos Botsaris, 1874 Der Teppichhändler Phryne Vor der Jury
Weitere Kunstdrucke von Jean Leon Gerome
Der Tanz des Almeh, 1863 Tiger auf der Lauer Ave Caesar! Morituri te salutant (Hagel Caesar! Wir, die dich zu begrüßen werden), 1859 Der Sklavenmarkt In der Wüste Pygmalion und Galatea Der Tod von Caesar Eminence Grey Bad in einem Harem Die sich zurückziehenden Löwen, 1902 Die Blaue Moschee, 1878 Das Bad Markos Botsaris, 1874 Der Teppichhändler Phryne Vor der Jury
Auszug aus unseren Topsellern
Weiblicher Akt Nudes (Frauen, die in einem Ring tanzen) Der Badende, 20. Jahrhundert Eva, 1528 AKTN Akt Selbstporträt, Grimassieren, 1910 Nackte Frau auf einem Sofa liegend Weiblicher Akt,  Rausch Die Blondine mit nackten Brüsten, 1878 Weiblicher Akt, Sternenstunde Wenig nackt gelehnt Nude Liegende Frau Frau in weißen Strümpfen, c.1861 Nach dem Bade Der Ursprung der Welt
Auszug aus unseren Topsellern
Weiblicher Akt Nudes (Frauen, die in einem Ring tanzen) Der Badende, 20. Jahrhundert Eva, 1528 AKTN Akt Selbstporträt, Grimassieren, 1910 Nackte Frau auf einem Sofa liegend Weiblicher Akt,  Rausch Die Blondine mit nackten Brüsten, 1878 Weiblicher Akt, Sternenstunde Wenig nackt gelehnt Nude Liegende Frau Frau in weißen Strümpfen, c.1861 Nach dem Bade Der Ursprung der Welt
Auszug aus unseren Topsellern
Weiblicher Akt Kartoffelpflanzer Zwei Männer in Betrachtung des Mondes Der Traum der Fischersfrau States of Mind: Diejenigen, die gehen, 1911 St. Georg und der Drache, 1508 Frucht-Törtchen, 1882 Stilleben mit Äpfeln und einem Granatapfel, 1871-72 Mappa Mundi, c.1290 Komposition, 1930 (WC und Tusche) Der Gartenweg in Giverny, 1902 Meissen Vase, um 1725 (Porzellan) Astronom Kopernikus oder Gespräch mit Gott. Wandgemälde eines römischen Hauses auf dem Gelände der Villa Negroni in Rom, Venus und eine Nymphe mit Eroten. 1778 Wandgemälde eines römischen Hauses auf dem Gelände der Villa Negroni in Rom, Bacchus und Ariadne. 1783
Auszug aus unseren Topsellern
Weiblicher Akt Kartoffelpflanzer Zwei Männer in Betrachtung des Mondes Der Traum der Fischersfrau States of Mind: Diejenigen, die gehen, 1911 St. Georg und der Drache, 1508 Frucht-Törtchen, 1882 Stilleben mit Äpfeln und einem Granatapfel, 1871-72 Mappa Mundi, c.1290 Komposition, 1930 (WC und Tusche) Der Gartenweg in Giverny, 1902 Meissen Vase, um 1725 (Porzellan) Astronom Kopernikus oder Gespräch mit Gott. Wandgemälde eines römischen Hauses auf dem Gelände der Villa Negroni in Rom, Venus und eine Nymphe mit Eroten. 1778 Wandgemälde eines römischen Hauses auf dem Gelände der Villa Negroni in Rom, Bacchus und Ariadne. 1783

Meisterdrucke Logo long

   Hausergasse 25
       9500 Villach, Austria
   +43 4257 29415
   office@meisterdrucke.com
Social Media & Sprachen
                   

Der Sklavenmarkt (AT) Der Sklavenmarkt (DE) Der Sklavenmarkt (CH) The Slave Market (GB) The Slave Market (US)
Il mercato degli schiavi (IT) Le marché des esclaves (FR) De slavenmarkt (NL) El mercado de esclavos (ES) Рабский рынок (RU)
दास बाजार (HI) 奴隶市场 (ZH) O mercado de escravos (PT) 奴隷市場 (JP) سوق الرقيق (AE)

Erfahrungen & Bewertungen zu Meisterdrucke
Partner Logos

Kunsthistorisches Museum Wien      Kaiser Franz Joseph      Albertina

Meisterdrucke Logo long
Hausergasse 25 · 9500 Villach, Austria
+43 4257 29415 · office@meisterdrucke.com
Partner Logos

               

Der Sklavenmarkt (AT) Der Sklavenmarkt (DE) Der Sklavenmarkt (CH) The Slave Market (GB) The Slave Market (US) Il mercato degli schiavi (IT) Le marché des esclaves (FR) De slavenmarkt (NL) El mercado de esclavos (ES) Рабский рынок (RU) दास बाजार (HI) 奴隶市场 (ZH) O mercado de escravos (PT) 奴隷市場 (JP) سوق الرقيق (AE)


(c) 2020 meisterdrucke.com